Projekt Beschreibung

Projektbeschreibung

Ausgangssituation

Die Bevölkerung der Region Marchfeld hat sich zwischen 1961 (35.440 Einwohner) und 2013 (60.236 Einwohner) beinahe verdoppelt (vgl. Bericht Demografie Check der LEADER Region Marchfeld, S.14). In den Jahren 2004 bis 2014 stieg die Bevölkerung um 15,1%, in manchen Gemeinden sogar um mehr als 20% (vgl. Lokale Entwicklungsstrategie Marchfeld 2014-2020, S.2). Die Prognosen zeigen bis zum Jahr 2030 ein ähnliches Bild für das Wiener Umland, im Speziellen für den südlichen Bezirk Gänserndorf, dem Marchfeld.

Dieses starke Wachstum hemmt mitunter eine natürliche Integration und gesellschaftliche Beteiligung der Zugezogenen. Viele Zuzügler nehmen nur bedingt am Gemeinschaftsleben teil bzw. nutzen die Angebote in der Region kaum. Die regionale Identität im Marchfeld, einer Pendler- und Zuwanderungsregion, ist daher vor allem bei der Gruppe der Zugezogenen sehr schwach ausgeprägt. Das Einbinden der Bevölkerung (insbesondere der Zuzügler) in regionale Aktivitäten ist die zukünftige Herausforderung der Region.

Hier gilt es anzusetzen und die regionale Identität zu stärken, damit die Region nicht nur als Vorort von Wien und attraktiver Wohnort im Nahbereich zur Großstadt wahrgenommen wird, sondern zum Lebensraum für alle wird. Identität entsteht vor allem durch ein aktives Miteinander. Alle Marchfelder sollen lernen, behutsam mit ihrem Lebensraum umzugehen und dessen Wert zu schätzen.

Regionalität gewinnt immer mehr an Bedeutung. Im Wettbewerb der Regionen können jene Regionen ihre Ressourcen am besten mobilisieren, die sich gekonnt vermarkten. Verabsäumt man im regionalen Markenbildungsprozess die Einbindung der Bevölkerung und ihrer Identität, schafft man ein künstliches Gebilde, welches von der regionalen Bevölkerung nicht mitgetragen und dadurch unglaubwürdig wird. Im Marchfeld trifft gewachsene Identität auf mitgebrachte Werte und Vorstellungen der Zuzügler.

In einem ersten Schritt (vgl. Projekt Identität Marchfeld Teil1) wurden zuerst die regionalen Identitätsanker herausgearbeitet und begleitend thematische Videos zur Unterstützung des Prozesses sowie ein Filmkonzept „Geschichtsträchtiger Raum Marchfeld“ erstellt. In Workshops mit regionalen Stakeholdern wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt und mittels Befragung die Eigen- versus Fremdsicht zum Marchfeld abgefragt (n=510, davon 260 Marchfelder und 250 aus Wien und restliches Niederösterreich).

 

Folgende Merkmale und Identitätsanker wurden als besonders prägend für die Region Marchfeld herausgearbeitet:

AGRAR – Landwirtschaft, Gemüse, Spargel

KULINARIK – Genuss im Marchfeld, regionale Lebensmittel, lokale Gastronomie

NATUR – intakte Naturräume, March- und Donauauen, Nationalpark Donauauen

LANDSCHAFT – grenzenlose Weite, Ebene, spezifische Landschaft, Ruhe, klimatisch begünstigt

KULTUR und GESCHICHTE – Schlösser im Marchfeld, historische Bedeutung des Raums, Brauchtum und Tradition

AKTIVITÄTEN – Radrouten, Freizeit und Ausflugsregion, Hochfrequente Angebotsstruktur, Schlösser im Marchfeld, Museen, Naturraum, Landschaft, Naherholung

RAUM – Nähe zu Wien und Bratislava, geografische Brücke, gute ÖV-Anbindung,

INDUSTRIE – Wirtschaft, Eisenbahn, Energiegewinnung, Erneuerbare Energie (schwach ausgeprägt)

Anhand dieser Attribute wurde als Ergebnis des regionalen Image- und Markenbildungsprozesses zur strategischen Positionierung der Marke Marchfeld eine Markenpyramide und der Claim „Wo Lebensfreude wächst“ erarbeitet. (vgl. Projekt Identität Marchfeld Teil1)

In der Folge wurden Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen vor allem im Bereich social media vorgeschlagen, die im vorliegenden Projekt umgesetzt werden sollen.

Ziele

  • Stärkung der regionalen Identität mittels Kommunikation der erarbeiteten Identitätsanker und des Claims.
  • Ausarbeitung von Maßnahmen zur gezielten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Integration von Zuzüglern.

Projektdetails

Gesamtkosten € 141.405
Förderung € 113.124
Projektlaufzeit 2017-2020
Fördersatz 80%
Aktionsfeld AF3 – Gemeinwohl
Output laut Wirkungsmatrix 6,7,10,11,14
PAG-Sitzung am 20.11.2017
Projektbewertung  positiv