Projektbeschreibung

 

Projektbeschreibung

Der Nationalpark Donau-Auen liegt eingebettet in einem dynamischen Entwicklungsraum zwischen den Großstädten Wien und Bratislava. Die Region ist gekennzeichnet durch kontinuierliches Wachstum der Siedlungsstrukturen und durch infrastrukturelle Entwicklungen (Gewerbegebiete, Straßen, Windparks etc.). Die Zunahme der Siedlungstätigkeit und das damit verbundene Wachstum der Bevölkerung erhöht den Druck auf die noch verbliebenen Naturräume. Der Nationalpark Donau-Auen, teilweise auf Wiener Stadtgebiet (Lobau) gelegen ist davon in besonderem Maße betroffen. Im Sinne der gesetzlichen Verpflichtungen zum Schutz des Naturraumes und der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt und der unterschiedlichen Lebensräume versucht die Nationalparkverwaltung durch Besucherlenkungsmaßnahmen eine Entlastung von sensiblen Naturräumen zu erreichen. So führt eine Vielzahl von markierten Wanderwegen durch das Gebiet und bestimmte Bereiche (Uferzonen) sind zum Baden und Anlanden freigegeben. Mit der Zunahme des Besucherdrucks bzw. der Anzahl der BesucherInnen müssen jedoch Lenkungsmaßnahmen evaluiert und gegeben falls angepasst bzw. geändert werden. Die letzte systematische Besuchererhebung im Nationalpark fand von 1999 – 2001 statt. Seit damals und bis heute hat sich hinsichtlich Besucheraufkommen vieles geändert. Einerseits ist die bereits eingangs erwähnte Zunahme der Bevölkerungszahlen deutlich auf der Fläche zu spüren und andererseits ein geändertes Freizeitverhalten der BesucherInnen – im zeitlichen, räumlichen und inhaltlichen Kontext. Für die weitere Planung der Besucherlenkungsmaßnahmen, der Erhöhung des Erlebniswertes für den einzelnen Nationalparkgast und den Maßnahmen zum Schutz sensibler Naturräume im Nationalpark Donau-Auen ist eine neuerliche Erhebung der Besucherzahlen, verbunden mit Untersuchungen zu Bewegungsmustern und anderen Parametern erforderlich.

Projektinhalt (Hauptmaßnahmen/Aktivitäten)

AP1: Methodik, Standorteinrichtung und Auswertung
Nach Auftragsvergabe entwickelt der Auftraggeber mit dem Auftragnehmer die detaillierten Fragestellungen und die logistische Abwicklung des Besuchermonitorings. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklung des Fragebogens gelegt, zumal hier wesentliche qualitative Aussagen generiert werden.
Die Methodik soll ebenso zeitgemäße Möglichkeiten der technischen Erfassung (Stichwort Mobilfunkanbieter) berücksichtigen. Die Fragestellungen bzw. die Methodik sollen so weit als möglich an dem Besuchermonitoring der Jahre 1999 – 2001 orientieren, zumal dadurch bis zu einem gewissen Ausmaß ein Vergleich der Ergebnisse zum jetzig geplanten Monitoring möglich sein wird.
An ca. 30 Standorten im Nationalparkgebiet (Wien und Niederösterreich) werden Zähl- und Befragungspunkte eingerichtet (Einsatz von Zählgeräten und Kameras). Dies beinhaltet die technische Einrichtung (Standortmontage und Kalibrierung der Geräte) und die Einschulung des betreuenden Personals. Der Auftraggeber wird bei der Einrichtung der Zähl- und Befragungspunkte durch das Personal des jeweiligen Grundeigentümers und der Nationalparkverwaltung unterstützt.
Der Auftragnehmer wertet die Zähldaten und Befragungsergebnisse gemäß den mit dem Auftraggeber definierten Fragestellungen aus. In die Auswertung und Interpretation fließen auch die Daten bzw. Ergebnisse des Mobilfunkanbieters ein (Abfassung eines Gesamtberichtes). Dem Auftraggeber wird ein Bericht bzw. eine Studie in schriftlicher Form vorgelegt. Die Ergebnisse und Interpretationen der Studie dienen u. a. als Grundlage für zukünftige Planungen und Umsetzungen im Bereich des Besuchermanagements (insbesondere Besucherlenkungsmaßnahmen – räumliche Leitung der BesucherInnen durch Identifikation von Hotspots und attraktiven Besucherpunkten, Schutz sensibler Naturräume etc.)
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AP2: Personaleinsätze (Befragungen/Zählpunkte)
An den einzelnen Zählpunkten und Befragungsstellen wird betriebseigenes Personal des Auftraggebers bzw. des jeweiligen Grundeigentümers eingesetzt. Zu diesem Zweck ist eine genaue Planung der zeitlich verfügbaren Personalkapazitäten notwendig. Das Personal muss entsprechend den zu erhebenden Daten und dem Ablauf der Befragungen eingeschult werden. Die Daten der Zählgeräte und der Kameras werden einmal pro Monat, zumeist durch Personal der Nationalparkverwaltung und/oder des Grundeigentümers vor Ort ausgelesen.
AP3: Mobilfunkanbieter
Im Vorfeld ist mit Mobilfunkanbietern die Möglichkeit der datenschutzkonformen Nutzung von Mobilfunkdaten zu diskutieren. Die Erhebung und Auswertung der Daten erfolgt dementsprechend Datenschutzkonform. Mit dem Mobilfunkanbieter ist der konkrete Datenbedarf (Art und Umfang der Datenerfassung und Auswertung) festzulegen – insbesondere die technischen Möglichkeiten abzuklären und mit dem relevanten Bedarf des Auftraggebers in Deckung zu bringen. Ein dabei interessanter zu erhebender Bereich ist z. B. die räumliche Verteilung der Besucherinnen und Besucher im Nationalparkgebiet.
AP4: Inhaltliche und koordinative Betreuung des Gesamtprojektes
Der Auftraggeber arbeitet bei der Fragebogenerstellung und beim detaillierten Erhebungsdesign eng mit dem Auftragnehmer zusammen. Ebenso ist der Auftraggeber in der Personaleinteilung und der Betreuung der Zählstandorte in einer koordinativen Rolle tätig und fungiert während der Projektdauer als Ansprechpartner sowohl für den Auftragnehmer als auch die FeldmitarbeiterInnen.
Die administrative Abwicklung des Projektes inkl. Projektdokumentationsaufgaben und Abrechnungen ist ebenso Teil dieser Aktivität.

Projektziel und Nutzen

1)
Alle Daten, die im Rahmen des Besuchermonitorings erhoben werden, wie zum Beispiel:
jahreszeitliche Verteilung
Tagesgang des Besucherstromes
Einzugsgebiet, Besuchshäufigkeit
Motivation, Besuchsgrund
Nutzergruppen (Hunde, Radfahrer, Boote etc.) und deren Intensitäten
Besuchertypus
Standort Hochwasserschutzdamm (Radfahrer und Fahrzeugbewegungen)
Neue Arten der Freizeitnutzung
Infotafeln und Auswirkung auf Besucherverhalten
2)
Maßnahmenumsetzung
5
Maßnahmen im Bereich der Besucherlenkung als Ergebnis der Studie können dokumentiert und ausgewiesen werden.
3)
Mittelausstattung
Die Beibehaltung bzw. Erhöhung der personellen und finanziellen Ressourcen im Bereich der Besucherlenkung und des Gebietsschutzes können dokumentiert und ausgewiesen werden.

 

Foto: Region Marchfeld

Projektdetails

 

 

 

Projektträger Nationalpark Donau-Auen
Gesamtkosten € 120.600
Förderung € 84.420
Projektlaufzeit Dezember 2025 – Dezember 2027
Fördersatz 70%
Aktionsfeld AF2 – Natur und kulturelles Erbe
Beschlossen in der PAG-Sitzung am 10.11.2025