Projektbeschreibung

Projektinhalt 

Das künstlerische Leerstandsprojekt (Bade)Geschichte(n) vom Donau-Oder-Kanal

möchte den leerstehenden Ort am Donau-Oder-Kanal als Raum der Begegnung, Erinnerung und Zukunft neu erfahrbar machen. Das Projekt versteht den Leerstand nicht als Verlust, sondern als Potenzialraum, der durch künstlerische und gemeinschaftliche Aktivitäten wiederbelebt und neu gedacht werden kann.
Es verbindet historische Recherche mit künstlerischer Praxis und gemeinschaftlichem Gestalten und richtet den Fokus auf das Thema Bespielung von Leerständen und Bewusstseinsschaffung für nachhaltige Ortsentwicklung.

Das künstlerischer Leerstandsprojekt (Bade)Geschichte(n) Groß-Enzersdorf wurde im Rahmen des Niederösterreichischen Viertelfestivals eingereicht.

Ziele sind es,

  • das kollektive Bewusstsein für die wechselvolle Geschichte des Kanals und seiner Umgebung zu stärken,
  • neue Perspektiven und nachhaltige Nutzungen für das leerstehende Objekt zu entwickeln,
  • das Areal als lebendigen, verbindenden Ort zu beleben und damit den Mehrwert kreativer Leerstandsnutzung sichtbar zu machen.

In mehreren Modulen werden unterschiedliche Formate umgesetzt:

  1. Gespräche am Donau-Oder-Kanal – In Kooperation mit der Topothek Groß-Enzersdorf werden Menschen mit Bezug zum Kanal interviewt. Ihre Erinnerungen, Objekte und Geschichten werden digital archiviert und bilden ein wachsendes kollektives Gedächtnis. So wird die Geschichte des Ortes als Grundlage für eine zeitgemäße Nutzung des Leerstands erlebbar gemacht.
  2. Gestaltung des Areals & Memoryscape – Gemeinsam mit Anrainerinnen und Interviewpartnerinnen entsteht eine „Erinnerungslandschaft“. Pflanzen werden mit persönlichen Geschichten verknüpft; QR-Codes führen zu Audioerzählungen. So verschmelzen Natur, Geschichte und Gegenwart zu einem lebendigen Lern- und Erinnerungsraum, der den Leerstand in einen Ort der aktiven Aneignung verwandelt.
  3. Buntes Fest mit Picknick am Donau-Oder-Kanal – Ein offenes Fest lädt die vielfältige Bewohnerschaft Groß-Enzersdorfs ein, gemeinsam zu essen, zu erzählen und zu feiern. Jede*r bringt etwas mit, das mit anderen geteilt wird – ein symbolischer Akt des Austauschs, der das Areal als sozialen Begegnungsraum aktiviert und neue Formen gemeinschaftlicher Nutzung anregt.
  4. Ausstellung „Das Wasser und die Menschen“ – Eine Outdoor-Ausstellung zeigt historische und aktuelle Fotografien zum Thema „Menschen und Wasser“. Sie wächst während der Projektlaufzeit weiter und kann als dauerhafte Außenstelle im Rahmen des Stadtmuseums Groß-Enzersdorf bestehen bleiben – ein Beispiel dafür, wie künstlerische Leerstandsnutzung langfristige kulturelle Impulse setzt.

Durch diese künstlerisch-partizipativen Formate entsteht ein vielschichtiger öffentlicher Raum, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufeinandertreffen. Die Ergebnisse werden in der Topothek der Stadt Groß-Enzersdorf archiviert und bleiben so dauerhaft zugänglich.

Das Projekt fördert Bewusstsein, Identifikation, Austausch und nachhaltige Nutzung leerstehender öffentlicher Räume – ein Ort, an dem Baden bildet, belebt, verbindet und den Standtort attraktiviert.

Projektziele 

Das Projekt (Bade)Geschichte(n) vom Donau-Oder-Kanal verfolgt das übergeordnete Ziel, den Donau-Oder-Kanal als lebendigen, verbindenden Ort erlebbar zu machen, an dem Geschichte, Gegenwart und Zukunft miteinander in Beziehung treten. Es setzt dabei auf künstlerisch-partizipative Formate, historische Recherche und gemeinschaftliche Aktivität, um den Leerstand optimal zu nutzen und neuen, sinnstiftenden Verwendungsmöglichkeiten zuzuführen.

  1. Stärkung des kollektiven Bewusstseins für die Geschichte des Kanals
    Der Kanal ist ein Ort mit reicher, aber fragmentarischer Geschichte. Das Projekt sammelt Erzählungen, Fotografien und Erinnerungsstücke von Menschen mit Bezug zum Kanal und digitalisiert diese in Kooperation mit der Topothek Groß-Enzersdorf. Ziel ist ein wachsendes kollektives Gedächtnis, das sichtbar macht, wie der Kanal genutzt, erlebt und geprägt wurde.
  2. Aktivierung des öffentlichen Raums und Förderung von Begegnung
    Das DoKannerl, eine leerstehende Badehütte am Kanal, wird als temporäre Veranstaltungs- und Begegnungsstätte genutzt. Durch Ausstellungen, Memoryscape-Gestaltung, Picknick-Feste und Workshops werden Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe eingeladen, den Raum gemeinsam zu gestalten, sich auszutauschen und neue Perspektiven zu entwickeln.
  3. Verbindung von Geschichte, Kunst und Natur
    Durch die Gestaltung eines „Memoryscapes“ werden Pflanzen und Natur mit persönlichen Geschichten und Audioerzählungen verknüpft. Vergangenheit, Gegenwart und Umwelt verschmelzen zu einem lebendigen, begehbaren Lern- und Erinnerungsraum, der sowohl künstlerische als auch pädagogische Wirkung entfaltet.
  4. Förderung kultureller Teilhabe und Integration
    Das Projekt richtet sich bewusst an eine breite Zielgruppe: Bewohnerinnen Groß-Enzersdorfs, internationale Mitbürgerinnen, Familien, Schülerinnen und Seniorinnen. Gemeinschaftliche Aktivitäten wie das Picknick-Fest und partizipative Pflanzaktionen stärken den sozialen Zusammenhalt, eröffnen interkulturelle Begegnungen und machen Vielfalt erlebbar.
  5. Nachhaltigkeit und langfristige Wirkung
    Alle Projektergebnisse – Interviews, Audioaufnahmen, Fotografien, Pflanzeninstallationen – werden in der Topothek und im Stadtmuseum Groß-Enzersdorf archiviert. So bleibt das kollektive Gedächtnis des Kanals dauerhaft zugänglich. Bestehende Infrastrukturen wie das DoKannerl können auch nach Projektende weiter genutzt werden, wodurch eine langfristige kulturelle und soziale Wirkung erzielt wird.
  6. Experimentierfeld für innovative, partizipative Kulturarbeit
    Das Projekt nutzt Leerstand als Chance: Das DoKannerl wird zu einem Labor für kreative Formate, gemeinschaftliches Gestalten und experimentelle Nutzung öffentlicher Räume. So zeigt das Projekt exemplarisch, wie historische Orte neue Relevanz erhalten können und Leerstand als Ressource für Kulturarbeit nutzbar gemacht wird.

 

Messbare Projektziele 

  1. Erhebung von Erinnerungen und Geschichten
    • Mindestens 8-10 Interviews mit Bewohner*innen, früheren Badegästen und anderen Bezugspersonen
    • Mindestens 25 Fotos, Dokumente oder Erinnerungsstücke digitalisieren und in Topothek archivieren.
    •  
  2. Partizipative Gestaltung des Areals (Memoryscape)
    • 10-20 Pflanzen im Memoryscape setzen, die mit Audioerzählungen verknüpft werden.
    • Mindestens 6-8 Audioerzählungen über QR-Codes öffentlich zugänglich machen.
  3. Ausstellung „Das Wasser und die Menschen“
    • Mindestens 30 historische und aktuelle Fotografien kuratieren und präsentieren.
    • Die Ausstellung für mindestens 4 Wochen zugänglich halten.
  4. Buntes Fest / Partizipation der Bevölkerung
    • Mindestens 40 Teilnehmer*innen beim Picknick und den begleitenden Aktivitäten erreichen.
    • Mindestens 5-10 internationale Bewohner*innen aktiv einbeziehen, um die Vielfalt sichtbar zu machen.
    • Kooperatives Gemeinschaftskunstobjekt
  5. Nachhaltigkeit / Archivierung
    • Gesammelte Materialien digital dokumentieren und  in Topothek zugänglich machen.
    • Projektkonzept so umsetzen, dass Folgeaktivitäten nach Projektende umgesetzt werden können.
  6. Öffentlichkeitsarbeit / Reichweite
    • Mindestens 3 Presseberichte oder 5-8 Social-Media-Beiträge über das Projekt veröffentlichen.
    • Sichtbarkeit des DoKannerl als kultureller Ort stärken (mindestens 100 Kontakte / Besucher*innen während der  Projektlaufzeit).

© Viertelfestival NÖ

Projektdetails

 

 

 

 

Projektträger Satdtgemeinde Groß-Enzersdorf
Gesamtkosten € 19.600
Förderung € 11.760
Projektlaufzeit Februar 2026 – September 2026
Fördersatz 60%
Aktionsfeld AF1 – Steigerung der Wertschöpfung
Beschlossen in der PAG-Sitzung am 10.11.2025